14 Investitionsmöglichkeiten dein Geld anzulegen

Wer heute sein Geld investieren möchte, kann aus einer großen Auswahl von Anlagemöglichkeiten wählen. Vielen Anlegern sind allerdings häufig nur die klassischen Anlagevarianten wie Aktien, Immobilien oder vielleicht noch ETFs geläufig, aber andere dagegen gar nicht.

Dennoch könnte dabei auch die eine oder andere Investitionsmöglichkeit für dich interessant sein. In der folgenden Übersicht liste ich dir deshalb in alphabetischer Reihenfolge die wichtigsten Anlagevarianten für Privatanleger am Finanzmarkt auf und gebe dir jeweils einen kurzen Überblick dazu. Damit erhältst du von mir eine wunderbare und verständliche Sammlung der 14 wichtigsten Anlagevarianten, die du jederzeit als kleines Lexikon für dich nutzen kannst.


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Anhand der Farbskala (Ampel von rot, über orange und gelb bis grün) erkennst du außerdem, welche Varianten im Vergleich besonders risikoreich sind (rot) und welche weniger riskant sind (grün). Die Skala dient dir als Orientierungshilfe, liefert allerdings nur einen allgemeinen Durchschnittswert der Risikofreudigkeit der jeweiligen Anlageform, denn einzelne Unterformen können durchaus ein anderes Risiko beinhalten.

Auch die folgende goldene Regel bei Investments, die das Verhältnis zwischen Risiko und Rendite beschreibt, solltest du im Hinterkopf behalten:

Goldene Regel 1: Je geringer das Risiko desto geringer die Rendite und umgekehrt.

 

Folgende Anlage-Varianten möchte ich dir vorstellen:

*Klicke auf den jeweiligen Begriff um dorthin zu springen*

An dieser Auflistung erkennst du bereits, dass der Finanzmarkt dir viele verschiedene Möglichkeiten bietet dein Geld zu investieren. Sinnvoll ist es, dich nicht auf nur eine Anlageform zu beschränken, sondern dein Kapital auf mehrere Varianten zu verteilen. Das Ziel dieser Strategie ist es, sich ein Portfolio aufzubauen mit einer hohen Rendite bei gleichzeitig möglichst geringem Risiko. Dies besagt auch eine weitere der goldenen Investment Regeln:

Goldene Regel 2: Diversifikation. Je größer die Streuung des Vermögens auf unterschiedliche Anlageformen, desto großer auch die Risikoverteilung und desto krisenbeständiger ist dein Vermögen angelegt.

 

Hier nun der Kurzüberblick über die gängigsten Anlageformen für Privatanleger:

 


AKTIEN

Aktien sind Anteile an Unternehmen. Der Besitzer einer Aktie wird zum Mitbesitzer des Unternehmens, von dem er Aktien kauft. Es dürfen nur Unternehmen mit der Unternehmensform AG oder KGaA Aktien ausgeben. Aktien können mittels eines Depots und über einen Broker erworben werden.

Der Kurs einer Aktie unterliegt ständigen Schwankungen und abhängig von dem investierten Unternehmen mit seinen Individuellen Strategien, sowie der allgemeinen wirtschaftlichen sowie politischen Lage, können diese Schwankungen größer oder kleiner ausfallen. Genaueres über Aktien, wie man sie erwirbt, was dabei zu beachten ist und welche Formen es gibt, erfährst du in meinem Detail-Beitrag zu Aktien.

 


ANLEIHEN

Anleihen sind verbrieftes Kapital, für welches der Gläubiger (Kapitalgeber) vom Schuldner (Kapitalempfänger) über einen festgelegten Zeitraum 1. Zinsen und 2. Tilgung erhält, bis der Kredit komplett zurückgezahlt ist.

Anders ausgedrückt: mit einer Anleihe fungierst du – ähnlich wie eine Bank – als Geldgeber für Unternehmen oder Staaten und erhältst dafür Zinsen, bis der geliehene Betrag getilgt ist. Die meisten Anleihen habe eine fixe Laufzeit und einen zur Ausgabe festgelegten Tilgungstermin. Dadurch sind sie planbar und ein relativ beständiges Investment.

Anleihen werden an der Börse gehandelt. Kursschwankungen wirken sich bei Anleihen in der Regel wesentlich moderater aus als bei Aktien. Aus diesem Grund gelten Anleihen generell auch als relativ sichere und risikoärmere Geldanlage.

Anleihen treten häufig in Form längerfristiger Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder Pfandbriefen auf. Der Unterschied hierbei besteht lediglich darin, ob der Schuldner ein Unternehmen oder ein Staat ist. Je nach Zahlungskraft und Art des Schuldners gibt es dabei von sicheren Anleihen bis zu hoch spekulativen Anleihen verschiedenste Risikoklassen und natürlich entsprechend verschiedene Renditen.

Bei einer Unternehmensanleihe erhält der Kapitalgeber keinen Unternehmensanteil, sondern gewährt dem Unternehmen lediglich einen Kredit bzw. stellt ihm Fremdkapital zur Verfügung.

Bei Staatsanleihen tritt der Staat als Schuldner auf. Staatsanleihen für Deutschland nennen sich z.B. Bundesanleihen. Abhängig von der Zahlungskräftigkeit eines Staates und damit zusammenhängend ein höheres oder geringeres Risiko sind höhere oder niedrigere Zinsen möglich.

Pfandbriefe sind eine Form von Anleihen, die eine direkte, unbedingte und nicht nachrangige Verbindlichkeit des Schuldners darstellen. Sie dienen der Refinanzierung von grundpfandrechtlich besicherten Hypothekendarlehen.

 


CROWDINVESTING

Das Crowdinvesting (zu deutsch: Masseninvestition) ist eine eher moderne Geldanlageform auf dem Finanzmarkt. Wie der deutsche Begriff schon andeutet, handelt es sich dabei um eine Investitionsform, bei der sich viele einzelne Investoren mit ihrem Geld an einem Unternehmen beteiligen. Die Besonderheit hierbei ist, dass die zu finanzierenden Unternehmen häufig Start-Ups sind und sich Investoren bereits mit kleinen Geldbeträgen beteiligen können. Da solche Unternehmen normalerweise noch nicht etabliert sind auf dem Markt, locken für Investoren dabei besonders hohe Renditen durch z.B. hohe Verzinsungen oder Beteiligungen am Unternehmensverkauf, wenn das Unternehmen erfolgreich gewachsen ist. Auf der anderen Seite ist aber auch das Risiko bei dieser Investitionsvariante ziemlich hoch. Scheitert das Unternehmen, kann der Investor seinen kompletten Einsatz verlieren.

Die Beteiligung eines Investors erfolgt häufig in Form von stillen Beteiligungen, Genussrechten oder partiarischen Darlehen.

Stille Beteiligungen sind Vermögenseinlagen in ein Unternehmen, bei denen der Gläubiger für gewöhnlich eine Gewinnbeteiligung erhält.

Bei Genussrechten stehen dem Kapitalgeber Vermögensrechte zu wie gewinnabhängige Vergütungen, Beteiligungen am Liquidationserlös oder Optionsrechte. Sie sind daher eine Art Mischform aus Aktien und Anleihen.

Das partiarische Darlehen ist ein Beteiligungsdarlehen an einem Unternehmen, für welches der Gläubiger im Gegenzug eine Gewinn- oder Umsatzbeteiligung erhält.

Auf zahlreichen Crowdinvesting Plattformen werden den Interessenten die möglichen Unternehmen präsentiert und auch die Abwicklung läuft über diese Plattformen. Alternativ kann das Crowdinvesting auch über die Webseite des jeweiligen Unternehmens abgewickelt werden – sofern dieses das anbietet.

Tipp: Wenn du dich auf Startups konzentrieren möchtest, eignet sich die Plattform Companisto gut, da sie sich . Planst du hingegen eher in Immobilienprojekte zu investieren, solltest du bei der Plattform Rendity reinschauen.

 


DERIVATE (wie Futures, Optionen oder Zertifikate)

Derivate sind Finanzinstrumente, die sich am Wert eines Referenz-Investments orientieren, dem so genannten Basiswert. Basiswerte können Wertpapiere sein, aber auch Kennzahlen des Finanzmarktes wie Zinssätze, Bonitäten oder aber Handelsgegenstände wie Edelmetalle, Devisen etc. Dementsprechend unterscheidet sich auch die Art des Derivates.

Hauptaufgabe von Derivaten ist der Transfer von Risiken, speziell dem Marktrisiko (Risiken und Chancen) des Hauptwertes. Damit ist es nicht mehr nötig den eigentlichen Basiswert zu kaufen, sondern der Käufer kann mittels Derivaten auch einfach an dessen Marktchancen und –Risiken teilhaben bzw. an dessen Marktentwicklung verdienen (oder verlieren).

Zur besseren Veranschaulichung lässt sich als Vergleich das Wettgeschäft heranziehen. Mit Derivaten kann man im Grunde genommen eine Wette abschließen, ob ein Aktienkurs (oder ein anderes Investment) steigen oder fallen wird. Wenn die Entwicklung so verläuft, wie man gewettet hat, dann gewinnt man und umgekehrt verliert man etwas von seinem Einsatz.

Derivate werden großteils an speziellen Terminbörsen gehandelt. Zu den Derivaten zählen unter anderem Futures, Optionen, Zertifikate oder Swaps.

Futures sind vertraglich fixierte Käufe von (Finanz-) Produkten mit einer festgelegten Menge zu einem festen Preis an einem bestimmten Termin in der Zukunft. Es muss nur eine kleine Anzahlung vorab getätigt werden. Der tatsächlich (Markt-)Wert des jeweiligen Produktes zu dem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft ist natürlich vorab nicht bekannt, entsprechend kann der Käufer also Glück oder Pech haben mit seinem vorab festgelegten Kaufpreis. Auf diese Art können verschiedenste Finanzprodukte erworben werden wie z.B. Aktien, Währungen oder aber auch Rohstoffe.

Währungsfutures sind Futures, die Fremdwährungen zum Inhalt haben.

Optionen sind vertraglich vereinbarte Angebote über das Recht ein bestimmtes Finanzprodukt (Basiswert) zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Innerhalb einer festgelegten Frist kann der Optionshalter sich entscheiden diese einzulösen oder sie verfallen zu lassen. Er hat also die Möglichkeit, jedoch nicht die Pflicht diese Option wahrzunehmen. Der Optionsverkäufer muss jedoch bis zum Ablauf der Frist das Produkt zu den vereinbarten Konditionen vorhalten für den Optionsinhaber. Als Basiswert für Optionen können verschiedenste Finanzprodukte dienen, von z.B. Aktien über Währungen bis hin zu Rohstoffen.

Mit Zertifikaten kann ein Anleger – ähnlich wie bei Anleihen – an der Entwicklung eines Basiswerts teilnehmen, jedoch mit dem Unterschied, dass er für seinen Kapitaleinsatz keine feste Verzinsung erhält, sondern stattdessen – wie bei Wertpapieren – am Erfolg bzw. Misserfolg des Basiswertes am Markt teilhat. Zertifikate sind Schuldverschreibungen und auf Grund dessen, sowie auch wegen ihrer komplizierten Aufbauweise bei relativ hohen Kosten, gelten sie als risikoreicheres Investment und sind nur für erfahrenere Anleger geeignet. Auch bei den Zertifikaten können die Basiswerte vielfältig sein, wie z.B. Aktien, Rohstoffe, Währungen oder Indizes.

 


DEVISEN [FOREX]

Devisen werden auch Foreign Exchange Market (FOREX) genannt und sind Ansprüche auf ausländische Währungen, häufig in Form vom Guthaben (Besitz von Beständen ausländischer Währungen) oder Checks bei ausländischen Banken. Der Wert einer Währung im Verhältnis zu einer anderen Währung schwankt üblicherweise täglich (z.B. der Euro hat im Vergleich zum Dollar jeden Tag einen anderen Wert). Damit kann es, abhängig vom Zeitpunkt der Transaktion bzw. dem Tausch einer Währung in eine andere, zu einem Gewinn oder Verlust vom ursprünglichen Wert des Betrages (zu dem Zeitpunkt, an dem die Devisen erstmals in den Besitz des Deviseninhabers gelangten) kommen. Ziel beim Besitz von Devisen ist üblicherweise die Kursunterschiede innerhalb eines bestimmten Zeitraums auszunutzen um dabei einen Gewinn zu erwirtschaften.

 


ETFs

Sogenannte ETFs (englisch exchange-traded funds) sind Fonds, welche die großen Aktienindizes (wie z.B. den DAX [Deutscher Aktien Index]) abbilden und dementsprechend in dieselben Unternehmen zu denselben Anteilen investieren, die auch Teil des jeweiligen Aktienindex sind.

Sie sind eine relativ beliebte Fondsart, da sie verhältnismäßig kostengünstig sind (da passiv gemanagt) und weniger volatil als Einzelwerte – da sie Anteile der größten und vermeintlich wertstabilsten Unternehmen eines Landes beinhalten (Aktien).

Mehr zu ETFs sowie Fonds im Allgemeinen findest du in meinem Beitrag zum Thema Fonds.

 


FONDS und Hedgefonds

Fonds sind von einer Investmentgesellschaft verwaltetes Publikums- bzw. Sondervermögen, das in verschiedene Werte (wie z.B. Aktien, Renten, Rohstoffe, Immobilien usw.) investiert wird.

Ein Investmentfond ist demnach nichts anderes als das gesammelte Kapital mehrerer Anleger, welches durch einen Fondsmanager betreut und in verschiedene Finanzwerte investiert wird. Der Anleger muss dabei nicht aktiv werden, er wählt lediglich den Fond aus, der ihm von den Werten und Bedingungen her am meisten zusagt. Investoren, die ihr Kapital in Fonds anlegen, geben die Steuerung ihrer Investition komplett an die Investmentgesellschaft ab. Die einzige Einflussmöglichkeit die bleibt, ist die Entscheidung, ob man in einen speziellen Fond investieren möchte und für wie lang.

Mehr Details zu Fonds, welche Arten es gibt und welche Vor- sowie Nachteile sie haben, findest du in meinem Beitrag über Fonds.

Hedgefonds sind aktiv gemanagte Fonds die das Ziel haben, überdurchschnittlich hohe Renditen zu erwirtschaften, indem sie üblicherweise in risikoreichere Werte investieren. Hedgefonds unterliegen keinen Anlagerichtlinien und waren bis 2004 in Deutschland verboten, da sie mit hochspekulativen Anlagetechniken arbeiten und damit auch zu hohen Verlusten bei Anlegern führen können.

 


IMMOBILIEN

Unter einer Immobilie im wirtschaftlich/rechtlichen Sinne versteht sich ein unbewegliches Sachgut, welches in Form eines Gebäudes, Grundstückes oder grundstückgleichen Rechts (Wohnungs- und Teileigentum, Erbbaurecht etc.) auftritt. Renditeimmobilien dienen ausschließlich der Verzinsung des investierten Kapitals und nicht zur Selbstnutzung.

Immobilien sind eine sehr beliebte Form der Kapitalanlage, da sie im Allgemeinen als relativ risikoarme Investition gelten. Sie bedürfen jedoch in der Regel eines verhältnismäßig hohen Kapitaleinsatzes, da sie oft nicht mit Kleinbeträgen erwerbbar sind – wie z.B. Wertpapiere. Häufig muss der Käufer einer Immobilie dafür einen Kredit aufnehmen und beim Scheitern seines Immobilienprojekts können hohe Verluste entstehen, welche jedoch durch die aktuell gute Marktlage ggfs. durch den Verkauf der Immobilie kompensiert werden können.

Bei Immobilien ist zwischen zwei hauptsächlichen Investmentstrategien mit verschiedenen Abstufungen zu unterscheiden. Immobilien können 1. durch Mieteinnahmen zu einer langfristigen und regelmäßigen Renditequelle werden oder sie können 2. gekauft und anschließend (mit Gewinn) wieder verkauft werden. Abstufungen bestehen bei den genannten Strategien darin, dass die Immobilie vor dem Verkauf (oder der Vermietung) noch aufgewertet wird (z.B. durch Umbauten oder die Verbesserung der Bausubstanz), um dadurch die Gewinnspanne (oder die Miethöhe) steigern zu können. Die in Deutschland existierende Spekulationssteuer in Höhe von 25% auf den Verkaufsgewinn innerhalb der ersten 10 Jahre nach Ersterwerb einer Immobilie, schmälert diesen jedoch beachtlich und reduziert damit ein Stück weit auch den Anreiz an der zweiten Strategie.

 


KRYPTOWÄHRUNGEN (z.B. Bitcoin)

Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel, die auf verschlüsselten Hilfsmitteln wie Blockchains (erweiterbare Liste von Datensätzen die mit speziellen Verfahren miteinander verkettet sind) und digitalen Signaturen (ein Sender berechnet mittels eines geheimen Signaturschlüssels einen Wert zu einer digitalen Nachricht) basieren. Diese Währungen werden im Prinzip aus dem Nichts geschaffen und besitzen keinen besonderen eigenen Wert, außer dem Gebrauchswert der entsteht, sobald sie von Handelspartnern als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Mittlerweile gibt es einige wenige Verkaufsstellen, die Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptieren.

Kryptowährungen ermöglichen einen digitalen Zahlungsverkehr ohne die Notwendigkeit einer Bank. Dadurch entfällt auch die Kontrollfunktion einer Bank, welche an ihrer Stelle eine Mehrheit von sich gegenseitig kontrollierenden Teilnehmern übernimmt (bei Neuemissionen ebenso wie bei Transaktionen). Das Zahlungsmittel wird im Fall einer Neuemission (Mining) in einer gemeinschaftlichen Blockchain geschöpft, wobei der Besitz eines kryptologischen Schlüssels das Eigentum des entsprechenden Guthabens repräsentiert. Auf Grund ihres dezentralen Aufbaus ist eine einzelne Person alleine nicht in der Lage, die Produktion von Währungseinheiten in irgendeiner Form wesentlich zu beeinflussen.

Aktuell existieren ca. 4.500 Kryptowährungen, von denen Bitcoin die bekannteste ist.

 


PEER-TO-PEER KREDITE

Peer-To-Peer Lending sind Privatkredite (meist kleinere Beträge = Mikrokredite), die direkt von einer Privatperson an eine andere Privatperson vergeben werden, ohne die Zwischenschaltung einer vermittelnden Instanz wie einer Bank.

Kreditgeber und Kreditnehmer finden dabei über spezielle Marktplätze (z.B. Auxmoney) im Internet zueinander, welche mit auktionsähnlichen Prozessen arbeiten (beim Marktplatz-Modell) oder aber auf Auktionen verzichten, wenn sich beide Parteien bereits bekannt sein (Family and Friends-Modell).

Der Anreiz an diesem Geschäftsmodell für den privaten Anleger liegt an den vorab ausgehandelten, monatlichen Zinsen welche er vom Kreditnehmer erhält. Diese liegen im Durchschnitt heute deutlich höher als bei Tagesgeld- oder Festgeldkonten (Vergleiche Absatz “Zins und Zinseszins“). Ebenfalls können bereits Kleinstbeträge ab € 25 pro Projekt investiert werden. Der Nachteil an solchen Privatkrediten ist die Ausfallgefahr des Kreditnehmers und damit verbunden der Totalverlust seines investierten Kapitals für den Kreditgeber.

Der Unterschied zum Crowdlending (siehe Crowdinvesting) besteht darin, dass beim P2P Kredit auf beiden Seiten dieser Geschäftsbeziehung nur jeweils eine Partei steht.

 


PRIVATE BETEILIGUNGEN

Private Beteiligungen (Private Equity) sind vom privaten Kapitalgeber (i.d.R. vermögende Privatinvestoren) eingegangene Beteiligung mit Eigenkapitalcharakter an Unternehmen, welche nicht an geregelten Märkten handelbar sind, sondern häufig in Form von spezialisierten Kapitalbeteiligungsgesellschaften (Private-Equity-Gesellschaften) auftreten. Geld verdient der Investor dabei hauptsächlich beim höherwertigen Verkauf seiner Unternehmensanteile.

Für Privatanleger besonders geeignet sind dabei Private-Equity-Fonds, bei welchen das Risiko – typisch bei Fonds – gestreut werden kann im Falle der Insolvenz eines der investierten Unternehmen.

Risikokapital bzw. Venture Capital wird die Beteiligung speziell an jungen und innovativen Unternehmen genannt, da hier das Ausfallrisiko höher ist als bei alteingesessenen Unternehmen, allerdings auch die Wachstumschancen und damit die Renditechancen überdurchschnittlich hoch sind.

 


ROYALTIES

Royalties sind Einnahmen, die aus dem geistigen Eigentum bzw. dessen Verwertung für seinen Inhaber generiert werden. Der Inhaber eines geistigen Eigentums kann daran verdienen, indem er die Rechte an der Nutzung seines geistigen Werkes lizenziert und an einen Interessenten zur Verwertung verkauft oder vermietet. Es gibt keine einheitliche Grundlage zur Bemessung von Royalties. Das ist abhängig von Faktoren wie der Art des lizensierten Werkes oder dessen Nutzung und kann als regelmäßige pauschale Gebühr anfallen oder alternativ am Umsatz bzw. Absatz bemessen sein.

Lizenzen, Patente und Urheberrechte bestätigen das Eigentum an Werken und berechtigen zur Nutzung von Erfindungen, Gebrauchsmustern, Marken, Copyrights und auch technischem sowie anderweitigem Know-how.

Royalties werden im Kontext verschiedener Schutzrechte oder Genehmigungen wie Konzessionen, Lizenzen, Patenten oder Uhrheberrechte erwirtschaftet. Geistige Werke können unter anderem Musikstücke, Filme, Bücher oder aber auch Erfindungen jedweder Art sein. Tantiemen aus einer Buchveröffentlichung gehören z.B. zu diesem Bereich ebenso wie Einnahmen eines Buchautors, der sein Buch für die Verfilmung an eine Filmproduktionsfirma verkauft.

 


SACHWERTE

Sachwerte sind Güter mit einem überdurchschnittlichen Wert, die ihren Geldwert auch in Zeiten mit inflationären Tendenzen halten können.

Eine Investition in Sachwerte gilt deshalb auch als besonders wertstabil und krisensicher, jedoch schwanken auch hier die Marktpreise in Abhängigkeit von verschiedenen Indikatoren – welche man für gewöhnlich nur als Experte auf dem Gebiet ausreichend kennt. Deshalb ist es empfehlenswert, nur in solche Sachwerte zu investieren, in denen man sich selbst gut auskennt.

Neben Aktien und Immobilen gibt es noch zahlreiche weitere Sachwerte wie z.B.:

  • Kunstobjekte
  • Schmuck und Uhren
  • Edelmetalle wie Gold, Silber oder Platin in Rohstoffform (Barren, Münzen) oder als Wertpapier
  • Fahrzeuge, speziell Oldtimer
  • Besondere Lesewerke (z.B. Bücher) und Sondereditionen davon
  • Rohstoffe wie z.B. Zink, Kupfer oder Öl in Aktien
  • Alkoholische Getränke wie Wein, Whiskey etc.

Neben den genannten Werten können jedoch auch viele weitere Vermögensgegenstände als Sachwerte zur Wertanlage dienen, vor allem wenn in der Zukunft dafür eine Wertsteigerung zu erwarten ist und ein potentieller Käufermarkt existiert, also die Nachfrage gesichert ist.

 

 

ZINS UND ZINSESZINS

Der Zins ist ein Entgelt, das der Schuldner (Kaptalnehmer) dem Gläubiger (Kapitalgeber) als Gegenleistung für die vorübergehende Überlassung eines Kapitals (Geldbetrag) zahlt.

Der Zinseszins kommt immer dann zum Tragen, wenn die Zinsauszahlung an den Gläubiger erfolgt ist und damit die kapitalisierten Zinsen zum ursprünglichen Kapital (Basiswert) hinzugerechnet werden. Gemeinsam bilden sie den neuen Basiswert, auf welchem prozentual der Zins angerechnet wird. Je höher der Basiswert, desto höher der Zinsertrag. Damit erschaffen die ausgezahlten (kapitalisierten) Zinsen zusätzliche Zinserträge (Zinseszinseffekt).

Die Höhe des Zinses wird durch beide Vertragsparteien ausgehandelt. Bei Tagesgeldkonten oder Festgeldkonten (bei denen die Bank als Schuldner und der Privatinvestor als Gläubiger auftritt) gleicht sich das angebotene Zinsniveau üblicherweise dem derzeit vorherrschenden Zins-Marktwert an. Diese beiden genannten Arten von Geldkapital sind bei einem Privatinvestor die üblichste Form zur Generierung von Zinserträgen. Bei der aktuellen Marktlage werden jedoch kaum noch Zinsen gewährt (in vielen Fällen unter 1%), so dass die Geldanlage in Tagesgeld- oder Festgeldkonten (und ähnlichen Geldkapitalanlagen) momentan wenig bis gar nicht lukrativ ist für einen Investor.

 

Du hast nun einen kurzen und knackigen Überblick erhalten über die gängigsten Finanzprodukte für Privatinvestoren im Finanzmarkt. Hast du eine neue Möglichkeit für dich entdeckt, die dir unter Umständen interessant und passend erscheint? Falls ja, solltest du dich im nächsten Schritt damit detaillierter auseinandersetzen und prüfen, ob diese auch nach einem intensiven Check noch deinen Vorstellungen vom Investieren standhält. Vergiss dabei nie die folgende goldene Börsenregel von der Investment-Legende Warren Buffet:

Goldene Regel 3: „Investiere niemals in ein Geschäftsmodell, das du nicht verstehst!“

 

In diesem Sinne, viel Freude mit deinem nächsten Investment und eine erfolgreiche Reise wünsche ich dir dabei!


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