4. Schritt… Deine finanziellen Ziele

 

Nachdem wir im letzten Artikel geprüft haben, wie dein momentaner finanzieller Status ist bezogen auf deine mentale Einstellung zu Geld aber auch der deines Bankkontos, widmen wir uns in diesem Artikel deiner Zukunft, genauer gesagt deinen finanziellen Zielen und Vorstellungen für die Zukunft.

Anders ausgedrückt: wir haben definiert, wo du aktuell stehst und nun werden wir bestimmen, wo du in der Zukunft hinmöchtest. Warum diese Schritte notwendig sind, bevor du damit beginnst dein erstes Geld anzulegen, liegt auf der Hand:

„Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg!“ Laozi

Wenn du nicht weißt, wo du eigentlich hin möchtest finanziell und von welcher Basis aus du startest, wird es dir schwerfallen, den passenden Weg einzuschlagen. Das wäre so, als ob du dich in dein Auto setzt und sagst: „So jetzt fahre ich mal los – ich weiß zwar nicht, wo ich hier gerade bin und auch nicht so richtig wo ich hinmöchte, aber ich werde schon ankommen…“. Du erkennst: die Wahrscheinlichkeit, dass du mit dieser Herangehensweise an einem wirklich schönen Ort ankommen wirst, ist eher gering.

Spannenderweise tun sich viele Menschen relativ schwer damit auszudrücken, was sie wollen. Oft fällt es ihnen leichter zu sagen, was sie nicht wollen.

Nun könnte man also mit dem Ausschlussprinzip beginnen und auflisten, was man alles nicht mag, um dann im Umkehrschluss darauf zu stoßen, was man mag. Diese Herangehensweise halte ich jedoch nicht für sinnvoll, weil sie unnötig viel unserer Zeit frisst und uns trotzdem nicht zum Ziel bringt. Schließlich sortiere ich morgens vor dem Kleiderschrank doch auch nicht erstmal alles aus, was ich heute lieber nicht anziehen möchte, damit am Ende nur noch die Kleidungsstücke im Schrank hängen, auf die ich heute vielleicht Lust habe. Auf diese Weise würde ich nie pünktlich zur Arbeit kommen.

Eine bessere Herangehensweise ist, die richtigen Fragen zu stellen. Auch hier gibt es einige grundlegende Themen, zu denen du dir Gedanken machen solltest, damit sie dich der Erkenntnis deiner Ziele und Wünsche näherbringen.

Hierbei beleuchten wir zunächst erst einmal die mentale Seite der Medaille, bevor wir im zweiten Schritt mit den harten Zahlen und Fakten fortfahren.


AUFGABE FÜR DIE MACHERINNEN

Nutze eine ruhige Minute um dir die folgenden Fragen in Ruhe durch den Kopf gehen zu lassen und deine Antworten nieder zu schreiben. Alternativ kannst du dich auch für den Newsletter anmelden und du erhältst ein bereits fertiges Formular mit allen Fragen und weiteren Details, welches du nur noch ausfüllen musst.


Deine finanzielle Zukunft beginnt in deinem Kopf

Folgende Fragen solltest du für dich (ehrlich!) beantworten:

 

  • Definiere, was Reichtum für dich bedeutet

Jeder von uns verbindet Reichtum mit etwas Anderem. Für die einen bedeutet es, die Freiheit zu haben sich jederzeit alles leisten zu können, was man möchte. Für die anderen hingegen heißt ‘reich zu sein’, nicht mehr arbeiten zu müssen bzw. mehr Geld in bar zu besitzen als man ausgeben kann.

 

  • Was genau ist ‚finanzielle Unabhängigkeit‘ für dich?

Finanzielle Unabhängigkeit ist – genau wie „Reichtum“ – ein Begriff, unter dem sich jeder von uns etwas anderes vorstellt. Schreibe deshalb einmal ganz detailliert auf, was ‚Finanzielle Unabhängigkeit‘ für dich im Klartext bedeutet. Bedeutet es von anderen Menschen oder dem Staat unabhängig zu sein? Bedeutet es reich zu sein und sehr vermögend oder sein Geld gewinnbringend in Wertanlagen wie z.B. Immobilien investiert zu haben? Vielleicht hat es auch eine ganz andere Bedeutung für dich.

 

  • Drücke in Zahlen konkret aus, wie ‘reich’ du sein möchtest

Auch der Eurobetrag, bei dem sich jeder von uns ‘reich’ fühlt, ist ebenso verschieden, wie die Definition für Reichtum an sich. Für die eine Person bedeutet es X Immobilien zu besitzen, für die  nächste im Monat 5.000€ netto zu verdienen. Eine andere wiederum möchte auf dem Konto 1.000.000€ bar liegen haben, um sich reich zu fühlen. Für dich geht es also darum deine ganz persönliche Zahl zu definieren, mit der du dich reich fühlst und dein Wunschleben führen kannst.

 

  • Falls du nicht gerade ein Vermögen erbst, ist viel Geld oft auch mit viel Arbeit verbunden

Wieviel Aufwand bzw. Arbeit bist du bereit zu investieren, um „reich“ zu werden? Viel Arbeit hat ebenfalls oft mit einem Verzicht auf Freizeit zu tun. Du solltest deshalb bewusst eine Entscheidung treffen, wie wichtig dir deine Freizeit ist und ob du bereit bist darauf zu verzichten um deine Einnahmen zu erhöhen. Genauso ist es gut möglich, dass dir eine gute Work-Life Balance wichtiger ist als Vermögen. Mit Hilfe von Priorisierungstechniken kannst du herausfinden, was dir wichtiger ist. –> In diesem Artikel stelle ich dir eine Möglichkeit vor, wie du lernst, besser zu Priorisieren

 

  • Aus welchem Grund möchtest du finanziell unabhängig sein?

Jeder von uns hat seine ganz eigenen Gründe, warum wir finanziell unabhängig werden wollen. Was ist dein Antrieb und Motor für deinen Wunsch finanziell unabhängig zu sein? Möchtest du fürs Alter abgesichert sein oder deinen Lebensabend genießen können? Hast du Angst davor später nicht von deiner kleinen Rente leben zu können oder von anderen Personen abhängig zu sein? Vielleicht möchtest du auch deinen Kindern dann nicht auf der Tasche liegen? Fasse deine Gründe schriftlich zusammen, damit du dir klar wirst WARUM du das Ganze überhaupt tun möchtest.

 

  • Was möchtest du mit deinem Geld anfangen?

Wofür benötigst du dein Geld? Bei welchen Lebensbereichen liegen deine Prioritäten in der Zukunft? Geht es dir um ein schönes Dach über dem Kopf oder ist dir ein tolles Auto wichtiger als ein schickes Haus? Bevorzugst du es viel zu reisen oder das Leben kulinarisch zu genießen? Willst du vor allem viel konsumieren oder liegen deine Prioritäten auf anderen Dingen, wie z.B. dass es deiner Familie gut geht und du deinen Kindern später einmal Vieles ermöglichen kannst, (wie z.B. eine gute Ausbildung)? Vielleicht ist Geld dir selbst gar nicht weiter wichtig, aber du würdest es gerne für gute Zwecke verwenden? Dies sind alles legitime Vorstellungen, für die du Geld benötigst. Was sind deine Gründe?

 

  • Wünsch dir was – wie würde dein Leben verlaufen, wenn Geld keine Rolle spielen würde?

Lass dir das Zukunftsszenario durch den Kopf gehen, in dem Geld keine Rolle spielt. Was würdest du tun, wenn du genug Geld zur Verfügung hättest und du dich nicht darum sorgen müsstest? Welche Dinge würden deinen Alltag bestimmen? Welche Sachen würdest du unternehmen? Wie wäre dein Tagesablauf? Würdest du noch etwas arbeiten oder ausschließlich deine Freizeit genießen und deinen Hobbies nachgehen? Welche Hobbies wären das?

Welche Dinge würdest du ändern im Gegensatz zu heute? Stelle dir all diese Fragen und schreibe dir am besten auf, was dir dazu einfällt – es zeigt dir, wo deine Interessen und Schwerpunkte liegen.

 

  • Worauf kannst du verzichten?

Selbst wenn du dir als finanziell unabhängige Frau einen guten Lebensstandard leisten könntest, gibt es ein paar Dinge, auf die du persönlich weniger Wert legst und auf die du demnach auch verzichten könntest. Welche Sachen wären das am ehesten? Muss es für dich vielleicht kein eigenes Haus sein, eine schöne Mietswohnung reicht dir auch? Oder ist die Marke deines Autos oder deiner Kleidung relativ unwichtig für dich? Erstelle eine Liste von Dingen, die dir nicht wichtig sind und auf die du verzichten kannst. Diese Liste ist insofern nützlich, weil du nicht genug Kapazitäten für alles hast und damit bereits die Spreu vom Weizen trennen kannst. Um die Sachen auf deiner „Verzicht-Liste“ brauchst du dich aktiv nicht mehr kümmern, stecke deine Energien stattdessen in die Dinge, die dir wirklich etwas bedeuten.

Geld ist wie eine Pflanze: wenn du die Samen sähst und sie gut nährst, wird irgendwann eine schöne Pflanze draus.

 

Deine Ziele in €urobeträgen

Im zweiten Schritt widmen wir uns deinen monetären Zukunftsplänen. Es wird dir allerdings nicht weiterhelfen, wenn du mit unkonkreten Zielen wie „viel Geld“ oder „einige Wertanlagen“ arbeitest. Deshalb ist es wichtig, wirklich konkret zu werden in deinen Aussagen – je konkreter, desto besser.

ABER: Setze dir realistische Ziele, ansonsten kann die Enttäuschung darüber, dass du deine (viel zu hoch angesetzten) Ziele nicht erreichst, dich ziemlich demotivieren.  Idealerweise setzt du dir Zwischenziele, die du Schritt für Schritt erreichen kannst. Das kann dazu beitragen, deine Motivation immer wieder zu pushen.

Zunächst einmal solltest du deinen künftigen grundsätzlichen Geldbedarf feststellen, damit du ebenfalls weißt, welche anfallenden Kosten gedeckt werden müssen.

Im ersten Schritt, hast du die Fragen bereits beantwortet, was für dich ‚finanzielle Unabhängigkeit‘ bedeutet und welche Dinge Bestandteil davon sein sollen. Willst du in einem eigenen Haus leben oder in einer Mietwohnung? Willst du ein kleines oder großes Auto fahren? Willst du viel Reisen oder dir andere Konsumgüter leisten können? Auf dieser Liste kannst du nun aufbauen.



MEIN EXTRA TIPP:

Zusätzlich zu allen anfallenden Ausgaben, die bezahlt werden müssen, sollten monatlich noch zwei weitere Beträge übrigbleiben:

1)      Dein Sparbetrag für deine Notfall-Absicherung

2)      Ein Betrag zum investieren

Ich bin eine Verfechterin einer zweigeteilten Rücklagestrategie. Das bedeutet, einen Teil meiner monatlichen Rücklage sammle ich für die nächste Investition oder investiere ihn direkt in kleinen Beträgen (zum Beispiel mittels eines Fondsparplanes). Den anderen Teil spare ich auf ein Tagesgeldkonto für Notfälle, in denen ich schnell und kurzfristig auf eine bestimmte Geldmenge zugreifen muss. Damit verteile ich mein Risiko im Falle einer Pleite meiner Geldanlagen, so dass ich nicht bis auf den letzten Cent alle meine Rücklagen verliere.

Wie du diese Teile gewichtest, also ob du sie hälftig verteilst oder in das eine mehr und das andere weniger steckst, bleibt dir überlassen. Der Investitionsanteil sollte jedoch nicht zu klein werden, ansonsten lohnt es sich nicht mehr überhaupt zu investieren. Wächst deine Notfall-Rücklage an und hat irgendwann einen guten Stand erreicht, würde ich beginnen den Anteil für Investitionen zu erhöhen bzw. auf 100% hochzufahren.

Deine Notfall-Absicherung solltest du auf einem separaten Konto, idealerweise auf einem Tagesgeldkonto, lagern. Wie du dir ein Tagesgeldkonto zulegst, erkläre ich dir in einem der folgenden Beiträge. Die Höhe deiner Notfall-Absicherung kannst du selbst bestimmen, als Orientierung empfehle ich dir mind. 3 Monatsgehälter zurück zu legen. Lebst du in einer der teureren Großstädte, sollten es besser 5 Monatsgehälter sein.



Deine € Liste

Nachdem du im ersten Teil für dich definiert hast, welche Dinge Bestandteil deiner finanziellen Unabhängigkeit sein sollen, kannst du im zweiten Schritt die einzelnen Punkte nun auch mit konkreten €-Beträgen versehen.

Erweitere deine Liste der Dinge, die du voraussichtlich benötigst, um deinen (realistischen!) Wunschlebensstil im Rahmen deiner finanziellen Unabhängigkeit pflegen zu können um die jeweiligen Eurobeträge. Am übersichtlichsten ist es, wenn du die Kosten auf monatlicher Basis angibst (Jahreskosten durch 12 teilen).

Natürlich weißt du momentan nicht, wie hoch die genauen Kosten für deine Wunschwohnung sein werden, aber mit etwas gesundem Menschenverstand oder mit Hilfe von Google, wirst du es gut einschätzen können. Erstelle eine möglichst detaillierte und genaue Übersicht aller auf dich zukommender Ausgaben.

Kosten Haus/Wohnung   …………..€

Kosten Auto                       ….………€

Kosten Ernährung            …………..€

SUMME                           ……………..€

 

Die Zahl, die neben der Summe rechts unten steht, ist deine künftige monatliche Zielsumme. Damit hast du nun eine ganz konkrete Zahl im Kopf, auf die du hinarbeiten kannst.

Realistisch betrachtet wirst du diese Zahl vermutlich nicht kurzfristig und in einem einzigen Schritt erreichen können. Deshalb wird es dir helfen, einen Zeitplan aufzustellen, in dem du festlegst, bis wann du welchen Zwischenschritt erreicht haben möchtest und mit welchen Mitteln du dies schaffen kannst.

Sparen alleine wird nicht genügend, damit du an dein Ziel gelangst und deshalb solltest du dir weitere Mittel und Wege suchen, die mittel- bis langfristig zu deiner finanziellen Zielerreichung beitragen. Hier kommen nun unter anderem unsere verschiedenen Geldanlagemöglichkeiten an der Börse ins Spiel, wie z.B. Aktien oder Fonds.

Damit du bald mehr Geld zur Verfügung hast um deine erste Investitionsgrundlage aufbauen zu können, findest du hier eine sehr ausführliche Übersicht und umfangreiche Ideensammlung verschiedener Möglichkeiten, wie es dir gelingt, deine Einnahmen zu erhöhen und Ausgaben zu reduzieren.

Nachdem wir nun gute Vorarbeit geleistet haben, werden wir im nächsten und 5. Schritt prüfen, welche Geldanlage für wen am geeignetsten ist. Dann bist du endlich soweit, um von der Theorie zur Praxis überzugehen!

Ich wünsche dir eine erfolgreiche Reise!

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